Quantic & his Combo Barbáro • Tradition in… • tru thoughts, 16.06.09

Vor zwei Jahren kehrte der gebürtige Britte Will Holland alias Quantic dem nasskalten Eiland den Rücken, um von nun an in Kolumbien sein Glück zu suchen. Lebensstil und kulturelle Vielfalt des südamerikanischen Landes machen sich seitdem auch in seinen Produktionen verstärkt bemerkbar. Bereits Tropidelico aus dem vergangenen Jahr offenbarte, dass das gefeierte Talent der europäischen Nubeat und Deep Funk Szene sein Spektrum weit über die Grenzen digital produzierter Up-Tempo Musik hinaustragen will. Live und organisch sind die neuen Zauberworte. Die gewohnten Loop-Strukturen weichen einer sich zunehmend frei bewegenden Melodie und Instrumentierung. Echte Musik, die zum Hinhören und vor allem Wiederhören auffordert. BBC Radio-
Ikone Gilles Peterson hat ihn dafür direkt „at the forefront of a new global sound.” berufen. Dabei bleibt von Bestand, was auch den letzten Alben eigen war: Quantic hören heißt, erwachsen werden. Meint, um nicht zu rosten, muss man auch neuen Dingen stets aufgeschlossen begegnen. (Falco Stienen)

Natural Self – The Art Of Vibration | Tru Thoughts, 30.06.08

The Art Of Vibration ist die Rückkehr zu den Wurzeln des Herrn Nathiel Pearn. Nach zahlreichen Singleveröffentlichungen auf dem Brightoner Label Tru Thoughts erscheint im Jahr 2006 Natural Selfs lang erwartetes und vollends vergriffenes Debütalbum auf dem Londoner Label Breakin Bread. Nach diversen Trainingseinheiten kehrt der Vorzeige-Beatschrauber 2008 zu seiner Heimat Tru Thoughts zurück und komplettiert somit den Katalog ausgezeichneter Produzenten von Freddie Cruger, über Nostaliga 77, bis hin zu Quantic. Die Vorab-Single The Rising featured UK Soul Sängerin
Andreya Triana und den Maestro höchstpersönlich am Mirkofon. Getreu dem Motto „They were caught in the rhythm“ unterstreichen Natural Selfs patentierte Bläsersätze einen antreibenden Teaser zum ausstehenden Langspieler. Dieser entwickelt sich in gewohnt tanzbarer Weise, unter den Einflüssen eines frühen Bomb Squad HipHop und Raw Funk der 60er und 70er, zu einem zeitlosen Tanzflurbrenner des Jahres. Im unbedingten Wechsel spielbar mit Lack of Afros – Press on. In diesem Sinne – Let the rythm touch your soul. (Falco Stienen)

Kylie Audist • Made of Stone • Tru Thoughts (Groove Attack), 10.08.09

Ein weiterer Tru Thoughts Wildfang aus dem australischen Outback: Kylie Audist zeigt, dass Down Under neben Koalas und Backpackern auch musikalisch mehr zu bieten hat als zottelige Rockbands von JET bis Wolfmother. Aufgewachsen auf einer Farm im Hinterland, fern der Metropolen Melbourne und Sydney, schickt sich die junge Frau mit glasklarer Stimme an, die Herzen der weltweiten Soulpop und New Funk Szene zu erweichen. Natürlich ist die Vokabel Networking gerade hier ein zentrales Stichwort. Folgerichtig trägt auch bei ihrem zweiten Album der australische Produzent Lance Ferguson die Verantwortung für die eingängigen und bisweilen durchaus poppigen Produktionen. Mr. Ferguson, besser bekannt als Lanu und Bandleader der australischen Deepfunk Ikonen The Bamboos, weiß was er tut. Mit seiner Down Under Connection ist das britische Label auch in Ozeanen bestens aufgestellt. Ein gradliniges, bisweilen etwas erwartbares Album, welches durch Artwork und Protagonistin jegliche Kritik verschmerzbar macht. (Falco Stienen)

Domu •One offs, Remixes & B Sides • Tru Thoughts/Groove Attack, 29.06.09

Domu-One offs Remixes

Unexpect the expected! Frei nach Vater: Willst du die Leute überraschen dann Spiel die B-Seite – ein guter Ratschlag, für fast keine Lebenslage. Ähnliches wird wohl auch Robert Luis, seines Zeichens CEO beim benannten Label, von seinem Erzeuger zu hören bekommen haben. Anders ist das durchaus hinterfragbare Konzept einer eigenen Samplerreihe im Zeichen unveröffentlichter Titel, Remixe, B-Seiten und Festplattenleichen eines einzelnen Künstlers nicht zu beantworten. Eine missliche Note kommerzieller Zweitverwertung lässt sich nicht von der Hand weisen. Und tatsächlich möchte sich beim Hören von Domus Retrospektive der vergangenen 10 Jahre keine wirkliche Überraschung breit machen. Zu kalkuliert, altbacken und vermeintlich zu Recht auf Rückseiten versteckt, klingen die einzelnen Titel aus den Untiefen des housigen Broken Beat. Dass die eine oder andere Auster am Ende doch noch ihre Perle zeigt, sei an dieser Stelle trotzdem nicht ausgeschlossen. Denn wie man letztendlich weiß – Papa knows best! (fs)