Benjamin Stein • Die Leinwand • C.H. Beck, 2010

Jedem Juristen und Historiker ist der C. H. Beck-Verlag ein Begriff. Unter Literaturfreunden ist er kaum bekannt, was weniger an seiner Qualität als an der geringen Anzahl seiner publizierten Titel liegen dürfte. Eine der aktuellen Neuerscheinungen ist Die Leinwand von Benjamin Stein. Der zweite Roman des gebürtigen Berliners hebt sich bereits dadurch ab, dass er zwei Vorderseiten hat, hinter denen sich jeweils eine 200-seitige Geschichte verbirgt, die in der Mitte des Buches aufhört.

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Jonas T. Bengtsson • Submarino • Klett-Cotta, 2009

Mit seinem Roman Submarino gibt Jonas T. Bengtsson einen radikal realistischen Einblick in eine brutale Welt am Rande der Gesellschaft. Genauer gesagt, in die Welt von Nick und seinem älteren Bruder, die in Kopenhagen leben und deren Leben schon sehr früh aus den Bahnen geraten sind. Gemeinsam hatten sie Erlebnisse, die sie noch immer prägen, seien es die Abstürze ihrer alkoholkranken Mutter oder das Bild des kleinen Bruders, der eines Morgens ganz still in seinem Bett lag und nie wieder aufgewachte. Trotz der gemeinsamen Kindheit, haben die Brüder aber kaum Kontakt  zueinander. Jeder lebt sein eigenes Leben und seine eigenen Katastrophen.

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Stefan Wimmer • Der König von Mexiko • Eichborn Verlag, 2008

Amüsant, geistreich und gehaltvoll – diese eher seltene Kombination gelingt Stefan Wimmer in seinem Roman „Der König von Mexiko“. Zur Handlung: Ingo W. Falkenhorst ist Germanist und Promotionsstipendiat an der Universität von Mexiko-Stadt. Seine Lieblingsorte sind nun allerdings nicht die Bibliothek oder der Hörsaal, sondern das Centenario, eine Kneipe voll von zwielichtigen Gestalten, die bereits zur Mittagszeit ihren hochprozentigen Leidenschaften nachgehen. Fühlt er sich dort am wohlsten, so bringt ihn die ausgeprägte Neigung zu Frauen bald mit der schnippischen Tenderly zusammen. Mit ihr beginnt sein Aufstieg in die öde High Society der mittelamerikanischen Metropole.

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Edo Popovic • Kalda • Voland & Quist, 2008

In der Nacht, nachdem er seinen Vater wieder gesehen hat, kniet Kalda vor der Kloschüssel und steckt sich den Finger in den Hals. Er will alles loswerden, ins Klo kotzen: Die ganze kaputte Vergangenheit, den Krieg, die Eltern – all die Dinge, die er bisher verdrängt hat und dank denen er sich fühlt „wie jemand, dem man die Haut abgezogen hat“. Verdammt drastisch blickt Kalda in Edo Popovics gleichnamigem Roman auf sein Leben. Ende der 60er Jahre in einem Arbeiterviertel Zagrebs geboren, hat Kalda früh gelernt sich nicht auf seine Eltern zu verlassen.

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Wolf Haas • Das Wetter vor 15 Jahren • Hoffmann und Campe, 2006

Was haben ein Kriminalroman und ein Liebesroman gemeinsam? Oder: Können Krimiautoren auch Liebesromane schreiben? Wolf Haas hat erfolgreich sieben Krimis veröffentlicht. Dreimal hat er den Deutschen Krimipreis gewonnen. Zwei seiner Bücher, Komm, süßer Tod und Silentium!, sind verfilmt worden, weitere Verfilmungen sind geplant. Und plötzlich, nach Erscheinen von Das ewige Leben. Ein neuer Fall für Simon Brenner (2003), hatHaas verkündet, nun keine Kriminalromane mehr zu schreiben. Einfach so. Ganz so leicht schien das Betreten neuer literarischer Gefilde dann aber doch nicht gewesen zu sein, denn zwischen seiner Absage an das Krimi-Genre und dem Erscheinen von Das Wetter vor 15 Jahren liegen ganze drei Jahre.

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