Hot Chip • One Life Stand • Parlophone/EMI, 29.01.10

“Ich fühle mich immer wie von selbst zu einfachen, ehrlichen Sachen mit aufwändiger Produktion hingezogen, wie ‚Love Can’t Turn Around’. Auch wenn ich mich gern in Underground-Nummern verliere, zieht mich Musik mit Hooks trotzdem an.“ Joe Goddard, neben Alexis Taylor treibende Kraft von Hot Chip, bringt die Philosophie hinter One Life Stand treffend auf den Punkt. Der phantastische Fünfer aus London serviert mit dem Nachfolgewerk des vormals kühleren Made In The Dark Langspielers ein Stück organische Dancemusik abseits aalglatter, seelenloser Hochglanzproduktionen. Von den Grundbausteinen House und Techno ist im allgemeinen Verständnis nicht viel übrig, zu breit ist die Palette an Einflüssen und Stilnoten im Songwriting der Band. Das gospelartige Hand Me Down Yor Love würde auch einer Moby-Platte gut zu Gesicht stehen während I Feel Better ein schon fast todsicherer Clubklassiker ist. Die Hooks sitzen perfekt und doch charmant natürlich. Hot Chip bleiben Könner. Clubmusik mit Seele. (Michael Baller)