Daniel Kehlmann • Ruhm • Rowohlt Verlag, 2009

Die Spielregeln setzt der Autor und nicht der Kritiker. Friedrich Dürrenmatt wusste das in den 70ern und Daniel Kehlmann weiß es heute. Die Spielregeln, welche sind damit gemeint? Nun, zuerst einmal die der Literatur. In Kehlmanns neuem Roman Ruhm sind die Spielregeln kompliziert, die Akteure weder eindeutig gekennzeichnet noch wird klar, wer hier überhaupt mit wem und gegen wen spielt. Und das Spielfeld ist – na ja, unbestimmt. Denn es ist der Roman, der sowohl Spielfeld als auch Spielball ist. Und in diesem geht es weder um Simples noch um Banales – denn Thema sind Mensch und Kunst. Und um das Spiel geht es auch. Denn dieses beherrscht der Autor von sechs Romanen und einigen Erzählungen so virtuos, wie es einst der Magierlehrling Beerholm verstand, die Grenzen zwischen Schein und Sein aufzulösen.

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