Die Blood Red Shoes haben sich auf der letzten Tour wohl etwas viele DVD’s reingezogen. So lässt sich jedenfalls erklären, dass der Titel ihres zweiten Silberlings auf David Lnychs unheimliches TV-Seriendrama Twin Peaks anspielt. Auch musikalisch ließ sich das stürmische Duo aus dem britischen Brighton von der düsteren Stimmung des 90er-Jahre-Klassikers anstecken. Ihre neuen Songs sind langsamer und wirken dadurch noch härter. Analog in Liverpool aufgenommen und auf ein Minimum an Studiotechnik reduziert, erinnern sie an die Blütezeit des amerikanischen Grunge. „Wir wollten eine Platte wie In Utero von Nirvana aufzunehmen – ein echtes Rockalbum mit Herz, kein Machodreck“, erläutert Steven Ansell. Diese Ambitionen unterstreichen der Dummer und Gitarristin Laura-Mary Carter auch diesmal durch wuchtiges Geknüppel, wütende Gitarrenriffs und betont rotzigen Gesang. Kam das Vorgängeralbum noch mit abgeschliffenen Ecken daher, gibt sich Fire Like This als kantigeres Werk mit unbequemen Melodien. (André Gieße)
Blood Red Shoes • Fire Like This • Cooperative Music
Brendan Benson • My Old, Familiar… • Cooperative Music, 04.04.09
Nach zwei erfolgreichen Scheiben mit den Raconteurs wagt Brendan Benson mit My Old, Familiar Friend seit vier Jahren erstmals wieder den Schritt aus dem Schatten von Jack White und demonstriert uns seine Qualitäten als Songwriter. Während der White Stripes-Chef mit The Dead Weather schon die nächste Supergroup am Start hat, bastelt Benson weiter an seiner Solokarriere. Aufgenommen in Nashville und London ist sein viertes Studioalbum ein Spagat zwischen Leidenschaft und Perfektionismus. Das neue Material verdeutlicht Bensons Facettenreichtum – der Multiinstrumentalist aus Michigan beherrscht Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards – und klingt unbekümmerter als der bluesgetränkte Südstaaten-Rock der Raconteurs. Neben Gitarrenriffs kommen hier auch Piano und Streicher zum Einsatz. Gekonnt kleidet Benson seine Herzschmerz-Stories in ausgeklügelte Melodien und eingängige Refrains. Häufige Wechsel zwischen sonnigem Powerpop und gefühlvollen Balladen machen die Platte zum Dauerläufer im CD-Spieler. (André Gieße)
