Die Blood Red Shoes haben sich auf der letzten Tour wohl etwas viele DVD’s reingezogen. So lässt sich jedenfalls erklären, dass der Titel ihres zweiten Silberlings auf David Lnychs unheimliches TV-Seriendrama Twin Peaks anspielt. Auch musikalisch ließ sich das stürmische Duo aus dem britischen Brighton von der düsteren Stimmung des 90er-Jahre-Klassikers anstecken. Ihre neuen Songs sind langsamer und wirken dadurch noch härter. Analog in Liverpool aufgenommen und auf ein Minimum an Studiotechnik reduziert, erinnern sie an die Blütezeit des amerikanischen Grunge. „Wir wollten eine Platte wie In Utero von Nirvana aufzunehmen – ein echtes Rockalbum mit Herz, kein Machodreck“, erläutert Steven Ansell. Diese Ambitionen unterstreichen der Dummer und Gitarristin Laura-Mary Carter auch diesmal durch wuchtiges Geknüppel, wütende Gitarrenriffs und betont rotzigen Gesang. Kam das Vorgängeralbum noch mit abgeschliffenen Ecken daher, gibt sich Fire Like This als kantigeres Werk mit unbequemen Melodien. (André Gieße)
