Es dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben, dass die fünf bärtigen Burschen von Midlake etwas für Folkrock übrig haben. Während auf ihrer furiosen zweiten Platte noch Neil Young und Fleetwood Mac als Ideengeber für manche handgeschnitzte Melodie herhalten mussten, zitiert die Band auf The Courage Of The Others britische Ikonen wie Fairport Convention. Auch aus ihrer Vorliebe für den psychedelischen 70ies-Sound von Jethro Tull machen die früheren Jazzstudenten aus Texas keinen Hehl. Obwohl ihr dritter Langspieler langsamer und dunkler als der Vorgänger ausfällt, klingen die neuen Songs immer noch wunderbar altmodisch und spiegeln neben Natureindrücken häufig persönliche Erlebnisse wider. Auch musikalisch gehen Midlake auf Tuchfühlung: Die Synthesizer wurden fast vollständig durch eine Schallmatrix aus Flöten, akustischen und elektrischen Gitarren ersetzt. Darüber ruhen warme Geigen- und Pianoklänge. Sie umschließen den sehnsüchtigen Gesang von Tim Smith und läuten das Ende des Winters ein. (André Gieße)
