Kuba debütiert. Nach der Omnipräsenz des Herrn Dendemann, gibt in diesen Wochen ein Göttinger Lokalmatador seinen Einstand. Kuba zeigt, dass es jenseits des Großstadtalltags in unseren zentraldeutschen Regionen einiges zu erleben gibt. Mit seinen 17 Tracks, auf dem – vielleicht etwas hochgreifend betitelten – Album Charakter Rap präsentiert Kuba den Querschnitt des Raps von Conscious bis Battle. Natürlich wird hier auch auf dicke Hose gemacht, und natürlich kriegen alle „toys“ und „hater“ ihr Fett weg. Dem zum Trotz zeigt Kuba aber auch eines: Battlen? gewusst wie! Mit harten Lines und einem rauchenden Organ, versprüht der MC Kampfansagen voller Wortwitz und Treffsicherheit. Dazu konkurrieren Tracks mit „Aussage und Inhalt“, auf denen deutlich wird das hier ein Mann zu Wort kommt, der trotz seiner gerade mal 25 Lenzen schon einiges erlebt und zu sagen hat. Mit der Innovationsfl agge noch auf Halbmast, kommt hier ein viel versprechender Nachwuchskünstler an den Start – mit dem Hunger auf mehr und Luft nach oben. Zu haben online oder bei den lokalen Plattedealern eures Vertrauens. (Falco Stienen)
KUBA • Charakter Rap • rz recordingz, 24.11.06
Kylie Audist • Made of Stone • Tru Thoughts (Groove Attack), 10.08.09
Ein weiterer Tru Thoughts Wildfang aus dem australischen Outback: Kylie Audist zeigt, dass Down Under neben Koalas und Backpackern auch musikalisch mehr zu bieten hat als zottelige Rockbands von JET bis Wolfmother. Aufgewachsen auf einer Farm im Hinterland, fern der Metropolen Melbourne und Sydney, schickt sich die junge Frau mit glasklarer Stimme an, die Herzen der weltweiten Soulpop und New Funk Szene zu erweichen. Natürlich ist die Vokabel Networking gerade hier ein zentrales Stichwort. Folgerichtig trägt auch bei ihrem zweiten Album der australische Produzent Lance Ferguson die Verantwortung für die eingängigen und bisweilen durchaus poppigen Produktionen. Mr. Ferguson, besser bekannt als Lanu und Bandleader der australischen Deepfunk Ikonen The Bamboos, weiß was er tut. Mit seiner Down Under Connection ist das britische Label auch in Ozeanen bestens aufgestellt. Ein gradliniges, bisweilen etwas erwartbares Album, welches durch Artwork und Protagonistin jegliche Kritik verschmerzbar macht. (Falco Stienen)
Long Walk Home • Youism • Danse Macabre Records, 23.05.08
Auch wenn der erste in Deutschland erschienene Longplayer der australischen Alternative-Kapelle Long Walk Home im allerersten Moment wie ein synthetischer Klon uralter The Cure-Alben klingen mag, erweist sich das Werk der mittlerweile in Berlin lebenden Aussies schon bald als exzellentes Art-Rock-Opus allererster Güte, das nicht zuletzt von der außergewöhnlich klaren, androgynen Stimme des charismatischen Frontmannes Charly Canh sowie den ruhigen, unaufgeregten und mitunter minimalistischen Songstrukturen seiner wahrlich nicht minder talentierten Mitstreiter profitiert. Zuweilen verdächtig nach den isländischen Soundtüftlern Sigur Rós klingend, dann fast übergangslos in einfache, aber beeindruckend emotionale Pop-Strukturen abwandernd, haben Long Walk Home mit Youism einen von A bis Z überzeugenden Erstling abgeliefert, der schon jetzt zur Crème de la Crème der Veröffentlichungen des laufenden Jahres zählt und neugierig macht auf die zukünftige Entwicklung der Band aus Melbourne. (Klaus Peter Kaschke)
Marc Romboy – Contrast | Systematic Recordings (Intergroove), 06.06.08
Es soll ja Menschen geben, die sich die phantasievollsten Systeme zum Ordnen ihrer Plattensammlung einfallen lassen. Einer mag es alphabetisch, der andere sortiert nach Genres oder wie auch immer. Sollte jemand auf die Idee kommen, Musik nach für sie geeigneten Lebensbereichen zu sortieren, dann wäre Contrast ein Werk, das man als gemeiner Mietshausbewohner möglichst ganz weit weg vom „Zuhause“-Stapel deponieren sollte. Denn das, was uns Marc Romboy auf seinem zweiten Langspieler um die Ohren haut, verlangt nach unbändiger Lautstärke, um all seine strotzende Kraft entfalten zu können. Unendlich tiefer Detroit-Techno trifft dabei auf fesselnde, hypnotische Vocals einer eindrucksvollen Liste an Gästen. Da wäre zum einen Genregröße Blake Baxter, andererseits aber auch Chicago-House-Ikone K-Alexi. „Das Teamwork mit diesen genialen Sängern haucht der Musik eine Portion Soul ein, was mit Maschinen einfach nicht zu erreichen ist.“ Stimmt. Irgendwie finster, irgendwie fesselnd, irgendwie richtig gut. (Michael Baller)
Martin Jondo • Rainbow Warrior • Homeground/Groove-Attack
Wenn es ein Typ schafft, ohne eigene Platte von den RIDDIMLesern zum Newcomer des vergangenen Jahres gewählt zu werden, dann ist eine gehörige Portion Neugier durchaus nicht unangebracht. Auch ist es dann vollkommen ok, wenn man (als Schreiber vor der Entscheidungsfrage stehend) sich statt der ebenfalls neuen PATRICE – Scheibe erst einmal den frischen Tunes eines Martin Jondo hingibt. So heißt der Typ, der mit Veröffentlichung seiner ersten EP auf dem Berliner Homeground – Label (Culcha Candela, Mellow Mark) endlich in die eigenen Puschen kommt und der Reggae-Family den langersehnten Stoff für einen hoffentlich bald kommenden Sommer liefert.
