Wolfmother – Cosmic Egg | Universal, 23.10.09

Wolfmother – also das, was nach dem Abgang von Schlagzeuger Myles Heskett und Keyboarder Chris Ross noch davon übrig ist – sind Gefangene ihrer eigenen Zeitmaschine. Abgesehen von der Besetzung, hat sich bei den australischen Retro-Rockern wenig verändert. Vier Jahre nach dem umjubelten Erstling ist das behaarte Biest aus dem Sunset Boulevard Studio in Los Angeles gekrochen und hält das zweite Album Cosmic Egg in seinen Klauen. Neben psychedelische Balladen glänzt die kosmische Wuchtel durch knallharte Kracher. Die neuen Songs stammen aus verschiedenen Zeiten und Orten. „Einige wurden recht spontan während der letzten zwei Wochen des Trackings geschrieben, andere schwebten unvollendet seit zwei Jahren umher“, sagt Gitarrist und Sänger Andrew Stockdale, der erneut seiner Schwäche für klassischen 70er-Heavy-Rock frönt. Dabei kombinieren der gelockte Schreihals und seine drei neu gecasteten Kollegen bluesigen R’n’B mit ebenso brillanten wie langen Led Zeppelin-Riffs und warmen Pianopassagen. (ag)

Wrongkong – The Changing Tides | baxxbeatmusic, 01.05.08

Wrongkong ist der einprägsame Name eines Bandprojektes aus Nürnberg, bei dem sich Martin Kaiser und Tommy Yamaha, gemeinsam besser bekannt als The Strike Boys, dreifache Verstärkung suchten. Cyrena, die kanadische Tänzerin und Sängerin, hat gerade ein Gastengagement am Nürnberger Theater, Markus ist eigentlich Grafiker und Gitarrist David Kulturjournalist mit einer Vergangenheit als Jazzstudent. Es summieren sich damit fünf kreative Impulsgeber, was anfangs Schlimmes befürchten lässt. Doch Wrongkong schaffen es, aus noch so ambitionierten Skizzen sehr hörenswerte und auf voller Albumlänge spannend bleibende (Elektropop-) Sounds zu gestalten. Alles zusammenhaltendes Bindemittel ist dabei sicher auch die sehr charismatische Stimme Cyrena Dunbars. Sie sind eine der Bands, wo Musik, Grafik oder Videos nur Einzelteile eines Gesamtkunstwerkes sind, sich ein roter Faden durch alles hindurch zieht und nichts wirklich dem Zufall überlassen scheint. Das Ergebnis ist ein facettenreiches Album mit Stil. Den Namen darf man sich merken. (Michael Baller)