Auch wenn der erste in Deutschland erschienene Longplayer der australischen Alternative-Kapelle Long Walk Home im allerersten Moment wie ein synthetischer Klon uralter The Cure-Alben klingen mag, erweist sich das Werk der mittlerweile in Berlin lebenden Aussies schon bald als exzellentes Art-Rock-Opus allererster Güte, das nicht zuletzt von der außergewöhnlich klaren, androgynen Stimme des charismatischen Frontmannes Charly Canh sowie den ruhigen, unaufgeregten und mitunter minimalistischen Songstrukturen seiner wahrlich nicht minder talentierten Mitstreiter profitiert. Zuweilen verdächtig nach den isländischen Soundtüftlern Sigur Rós klingend, dann fast übergangslos in einfache, aber beeindruckend emotionale Pop-Strukturen abwandernd, haben Long Walk Home mit Youism einen von A bis Z überzeugenden Erstling abgeliefert, der schon jetzt zur Crème de la Crème der Veröffentlichungen des laufenden Jahres zählt und neugierig macht auf die zukünftige Entwicklung der Band aus Melbourne. (Klaus Peter Kaschke)
