Kylie Audist • Made of Stone • Tru Thoughts (Groove Attack), 10.08.09

Ein weiterer Tru Thoughts Wildfang aus dem australischen Outback: Kylie Audist zeigt, dass Down Under neben Koalas und Backpackern auch musikalisch mehr zu bieten hat als zottelige Rockbands von JET bis Wolfmother. Aufgewachsen auf einer Farm im Hinterland, fern der Metropolen Melbourne und Sydney, schickt sich die junge Frau mit glasklarer Stimme an, die Herzen der weltweiten Soulpop und New Funk Szene zu erweichen. Natürlich ist die Vokabel Networking gerade hier ein zentrales Stichwort. Folgerichtig trägt auch bei ihrem zweiten Album der australische Produzent Lance Ferguson die Verantwortung für die eingängigen und bisweilen durchaus poppigen Produktionen. Mr. Ferguson, besser bekannt als Lanu und Bandleader der australischen Deepfunk Ikonen The Bamboos, weiß was er tut. Mit seiner Down Under Connection ist das britische Label auch in Ozeanen bestens aufgestellt. Ein gradliniges, bisweilen etwas erwartbares Album, welches durch Artwork und Protagonistin jegliche Kritik verschmerzbar macht. (Falco Stienen)

KUBA • Charakter Rap • rz recordingz, 24.11.06

Kuba debütiert. Nach der Omnipräsenz des Herrn Dendemann, gibt in diesen Wochen ein Göttinger Lokalmatador seinen Einstand. Kuba zeigt, dass es jenseits des Großstadtalltags  in unseren zentraldeutschen Regionen einiges zu erleben gibt. Mit seinen 17 Tracks, auf dem – vielleicht etwas hochgreifend betitelten – Album Charakter Rap präsentiert Kuba den Querschnitt des Raps von Conscious bis Battle. Natürlich wird hier auch auf dicke Hose gemacht, und natürlich kriegen alle „toys“ und „hater“ ihr Fett weg. Dem zum Trotz zeigt Kuba aber auch eines: Battlen? gewusst wie! Mit harten Lines und einem rauchenden Organ, versprüht der MC Kampfansagen voller Wortwitz und Treffsicherheit. Dazu konkurrieren Tracks mit „Aussage und Inhalt“, auf denen deutlich wird das hier ein Mann zu Wort kommt, der trotz seiner gerade mal 25 Lenzen schon einiges erlebt und zu sagen hat. Mit der Innovationsfl agge noch auf Halbmast, kommt hier ein viel versprechender Nachwuchskünstler an den Start – mit dem Hunger auf mehr und Luft nach oben. Zu haben online oder bei den lokalen Plattedealern eures Vertrauens. (Falco Stienen)

Kasabian • The West Ryder Pauper… • Columbia (Sony BMG), 05.06.09

Die Rave-Rocker von Kasabian hatten ja schon immer ein Faible für das Dramatische. Und so verwundert es nicht, dass die dritte Platte der vier Jungs aus dem englischen Leicester nach einer historischen Irrenanstalt für Amre betitelt ist. Das psychedelische Konzeptalbum entstand unter Mithilfe von DJ-Shadow-Produzent Dan „The Automator“ Nakamura und ist von Filmen wie (Alejandro Jodorowskys) „Holy Mountain“ beeinflusst. „Es ist der Soundtrack zu einem imaginären Film. Wir möchten, dass die Leute es im Ganzen anhören“, sagt Gitarrist Sergio Pizzorno, nach dem Ausstieg von Chris Karloff im Jahr 2006 alleiniger Songwriter bei Kasabian. Mit The West Ryder Pauper Lunatic Asylum erweitern er und seine Mitstreiter ihr Soundspektrum um neue Elemente wie Surfpop oder TripHop. In Psycho-Thriller-Manier wiegen sich Morricone-artige Arrangements zu treibenden Beats, rotzigen Garagenelektro-Riffs und dem schnodderigen Gesang von Tom Meighan. Das Endergebnis klingt bedrohlich düster und groovt wie Hölle. (André Gieße)