Opulent und bombastisch, mit diesen beiden Adjektiven lässt sich das neue, zweite Album von Konstantin Gropper alias Get Well Soon am besten beschreiben. War Rest Now Weary Head schon von der Instrumentierung und der musikalischen Umsetzung kolossal, legt Vexations noch mal nach. Das Album beginnt mit Streichern und Vogelgesängen, die Gropper im elterlichen Garten aufgenommen hat. In jedem der 14 Lieder kann man kleine, feine Besonderheiten entdecken, konzentriertes Hinhören wird allerdings vorausgesetzt. Während Konstantin Gropper an seinem Debütalbum über einem Zeitraum von mehreren Jahren feilte, hatte er für den Nachfolger nur wenige Wochen, was seiner Kreativität aber nicht geschadet hat. „We are Ghosts“ summiert die Genialität des neuen Materials: Eingängig, wunderbar umgesetzt und doch nicht beim ersten Hören zu fassen. Auf Hitsingles wurde hier allerdings kein Wert gelegt, das gesamte Album ist der Star, und das zu Recht. Vexations gilt somit bereits im Januar als Kandidat für die Meisterwerke des Jahres 2010. (Sonja Berg)
Get Well Soon • Vexations • City Slang, 22.01.10
GUANO APES • The Best and the Lost (T)Apes • 01.12.06
Die Guano Apes waren in Sachen Plattenverkäufe wohl das Erfolgreichste, was Göttingen je hervorgebracht hat und gleichzeitig zumindest ein Indiz dafür, dass Chartplatzierungen alleine noch lange kein hinreichendes Kriterium für künstlerische Qualität sind. Mit Planet of the Apes erschien 2004 pünktlich zum Weihnachtsgeschäft die erste Guano Apes Best Of CD, dicht gefolgt von der gleichnamigen DVD Anfang 2005. Für alle, die immer noch nicht genug davon haben, gibt’s jetzt die nächste Best Of, dieses Mal als Doppel CD, an Peinlichkeiten kaum zu überbieten. So entspricht CD 1 der neuesten Veröffentlichung en detail der zwei Jahre zurückliegenden Planet of the Apes - vielleicht merkt‘s ja keiner. Auf dieser fehlt natürlich weder der Skihüttensmashhit Lords of the Boards noch die absoluten Tiefpunkte jeglichen Anspruchs Dödel Up und Kumba Yo!. CD 2 ist nichts weiter als ein unumgängliches Verkaufsargument. Niemand wollte je wissen, wie sich die Guano Apes in ihren Anfängen angehört haben, sodass nur ein Schluss bleibt: wirklich keiner braucht dieses Album. (Benjamin Laufer)
