Über zehn Jahre lang sammelte Francesco Wilking Ideen für neue Songs. Diese konnte oder wollte er allerdings für seine Band Tele nicht benutzen, weil sie viel zu persönlich oder auch zu eigen waren und nicht zum Stil der Freiburger passten.Deshalb war es an der Zeit, die Schublade zu öffnen und mit diesen Fragmenten ein Soloalbum zu produzieren. Die Schreibe heißt „Die Zukunft liegt im Schlaf“ und wurde in nur drei Tagen eingespielt. Sie ist nicht so poppig und eingängig ausgefallen wie die bisherigen Tele-Alben, dafür enthält sie aber viele Folkelemente, bewegt sich musikalisch oft nahe am Blues und Country. Die Geschichten werden hier viel offener erzählt und lassen genügend Platz für eigene Interpretationen. Ernsthafter, reflektierter und vielleicht auch erwachsener klingen die zehn Lieder, ohne dabei die gute Laune ganz auszuklammern. Sehr gut gemacht, Herr Wilking! So liegt die Zukunft ganz sicher nicht im Schlaf. (Sonja Berg)
Francesco Wilking • Die Zukunft liegt im Schlaf • Tapete REC., 14.01.11
Fagget Fairys • Feed The Horse • Music For Dreams, 21.08.09
Anschnallen bitte, die folgenden neun Tracks sind voller Dynamit und wahrscheinlich Skandinaviens aktuell spannendster Output aus den Tiefen Kopenhagens quicklebendiger Musikszene. Fagget Fairys, das sind Elena Carli Cosovic und Carla Cammilla Hjort, die eine ein rappendes und modelndes Teenagergirl mit bosnischen Wurzeln, die andere eine erfahrene DJane und Universalkünstlerin. Gemeinsam mischten sie mit ihrer Singleauskopplung Feed The Horse“ die dänischen Tanzböden dermaßen auf, um nun den gleichnamigen Langspieler nachzulegen. Darauf vermengen die beiden vom Baile-Funk über Balkanbeats bis hin zu orientalischen Momenten oder R‘n‘B-Einflüssen alles, was ihnen und uns die Füsse zucken lässt. Leichte Santogold oder M.I.A.-Assoziationen kommen auf, bilden aber keinen Makel sondern eher eine grobe Richtung, die Fagget Fairys einschlagen. Teils harte Beats, vom Grundgedanken her Elektro und doch immer genau die gewisse Briese Pop-Appeal, um als Song zu punkten. Hat das Zeug zum Genre übergreifenden Erfolg. (Michael Baller)
Fort Knox Five • Reminted • Fort Knox Recordings, 06.04.07
Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin! Warum? Mit ihrem ausgeschriebenen Motto Funk For Peace liefern Fort Knox Five die Antwort. Das amerikanische DJ-Kollektiv gehört zu dem feinsten, was der Dancefl oor zu bieten hat. Nicht umsonst können sie auf erfolgreiche Zusammenarbeit mit Popgrößen wie Gwen Stefani, den Beastie Boys und HipHop Urgestein Africa Bambaataa zurückblicken. Mit Reminted folgt nunmehr ein DJ Set mit exklusiven RMX der erlesensten Auswahl. Namen wie Malente, Ursula 1000, Nickodemus und Chris Joss fi nden ihren Weg in ein einstündiges Uptempo-Set . Die Jungs verstehen ihr Handwerk und bringen einen mit ihren feinen Übergängen vor Neid zum Erblassen. Der Bossa-Funk-Elektro treibt nach vorn, begrüßt den Frühling und leitet den nächsten Jahrhundertsommer ein. Man kann nur hoffen, dass neben dem digitalen Silberling auch die Vinylfraktion nicht zu kurz kommt. Ungemixt als 2LP. Schleck! Man wird sehen. (Falco Stienen)
Fireworks Nights • As Fools We Are • Kartel/RTD, 06.06.08
Fireworks Night sind eine Londoner Folk-Formation, um deren Frontmann James Lesslie sich von Song zu Song ganz unterschiedliche Musikerbesetzungen scharen. Dabei tauchen in den Credits zum aktuellen Zweitwerk As Fools We Are allein neun Namen auf, welche für die gefühlten dreißig verwendeten Instrumente verantwortlich sind. Ukuele, Glockenspiel, Akkordeon, Percussions, Säge – nichts, was hier wirklich fehlen würde. Doch glücklicherweise werden die daraus abgeleiteten Befürchtungen nicht bestätigt, vielmehr überrascht As Fools We Are schon beim ersten Durchlauf durch seine reduzierte Schlichtheit, die vor allem die tiefmelancholische Stimme Lesslies in den Mittelpunkt stellt. Nur stellenweise bricht man aus, kommen Tango und Klezmer ins Spiel. Besonders die im Duett eingesungenen Stücke fallen auf und erinnern ungewollt, aber sehr angenehm an den noch immer empfehlenswerten Soundtrack zu Once. Kein Feuerwerk, eher eine Platte für die stillen, einsamen Momente der Nacht.(Michael Baller)
Flashbaxx • The Changing Tides • baxxbeatmusic, 01.05.08
Ein zauberhaftes EPchen, das der Herr Stenger alias Flashbaxx da in Eigenregie auf den Tisch zaubert. Raus aus dem beschaulichen Aschaffenburg auf einschlägige Genresampler mit so illustren Namen wie Jazzanova, Tosca, Mo´Horizon, um nur ein paar wenige zu nennen. Daniel Stenger ist DJ – Produzent – Labelmacher – Multiinstrumentalist in Personalunion. Woran so mancher sich schon übernommen hat, scheint für Flashbaxx der richtige Weg in die Zukunft zu sein. Wirklich keiner braucht mehr ein dickes Majorlabel im Rücken um in den Zeiten von Web2.0 gute Musik zu machen und diese auch entsprechend zu promoten. Was sicher mit einem ersten Mehraufwand verbunden sein mag, macht sich im Endeffekt doch recht schnell bezahlt. Deshalb: Danke Daniel für diese wirklich beachtliche EP. The Changing Tides, mit seinen dezenten Jazz und Funkanspielung, unter dem Label eines wärmenden Nu-Jazz, ist schon jetzt ein heißer Anwärter auf den Sommersoundtrack 2008. (Falco Stienen)
