Erik Sumo Band • The Trouble Soup • Le Pop Musik, 26.02.10

Unsere musikalische Reise durch unzählige Neuerscheinungen macht einen Stopp im selten besuchten Ungarn. Auf dem Cover von „The Trouble Soup“  prangt dick und breit ein Kochtopf und natürlich denkt man sofort an Gulasch. Doch denkste, das ist nämlich gar kein Kochtopf, sondern ein verflixt gut getarnter Hexenkessel voller bunter Popmusik. Ein Typ, der sich Erik Sumo nennt, original aber auf einen dieser ungarischen Zungenbrechernamen hört, rührt da drinnen ein teuflisches Zeug mit hohem Suchtfaktor zusammen. „Wir wollen die Leute zum Tanzen bringen, Bass und Schlagzeug müssen krachen!“  Gut so! Und es kracht Song auf Song, quer durch den stilistischen Schubladenschrank, dafür aber spätestens beim 2. Durchlauf voller Hitpotential. Zwei Sängerinnen, ein Sänger – japanischer Folksong trifft Rockabilly-Sound. Afro-Blues und noch so einiges mehr. Besonders cool ist der schräge Klang einer alten DDR-Vermona-Orgel. „Disco In My Head“  und „Secon“ sind echte Ohrwürmer. Langeweile klingt anders. (Michael Baller)

Eddy meets Yannah • Fiction Jar • Compost Records, 26.03.10

Eddy meets YannahDass Musik von jeher grenzenlos war, unterstreicht die neuste Veröffentlichung aus dem Hause Compost Records. Während das EU-Parlament Griechenland am Hacken hat und man über den Beitritt von Kroatien und der Türkei verhandelt, ist die Clubkultur des Balkans unlängst angekommen im Herzen eines geeinten Europas. Dabei geht es an dieser Stelle nicht um Balkanbeats und Gipsysounds. Eddy meets Yannah machen Musik, die einen vermeintlichen Retro-Charme von House Music der Spätneunziger vergessen lässt. Kein folkloristischer Konservenbrei der Marke „Dragostea Din Tei“ oder sonstiger Horrorszenarien des Eurovision Song Contests. Eddy produziert glasklare Perlen aus Neo-Jazz, Brokenbeat, House und Pop. Yannah singt dazu ungetrübte Textpassagen in englischer Sprache. Im Guten wie Mark De Clive-Lowe oder 4Hero; bisweilen ein wenig cheesy und arg glatt poliert. Zagreb hat längst seinen Platz in der europäischen Clubszene. Leider sind dabei Ecken und Kanten den Mühlen eines einheitlichen Sounds zum Opfer gefallen. (Falco Stienen)