Wrongkong ist der einprägsame Name eines Bandprojektes aus Nürnberg, bei dem sich Martin Kaiser und Tommy Yamaha, gemeinsam besser bekannt als The Strike Boys, dreifache Verstärkung suchten. Cyrena, die kanadische Tänzerin und Sängerin, hat gerade ein Gastengagement am Nürnberger Theater, Markus ist eigentlich Grafiker und Gitarrist David Kulturjournalist mit einer Vergangenheit als Jazzstudent. Es summieren sich damit fünf kreative Impulsgeber, was anfangs Schlimmes befürchten lässt. Doch Wrongkong schaffen es, aus noch so ambitionierten Skizzen sehr hörenswerte und auf voller Albumlänge spannend bleibende (Elektropop-) Sounds zu gestalten. Alles zusammenhaltendes Bindemittel ist dabei sicher auch die sehr charismatische Stimme Cyrena Dunbars. Sie sind eine der Bands, wo Musik, Grafik oder Videos nur Einzelteile eines Gesamtkunstwerkes sind, sich ein roter Faden durch alles hindurch zieht und nichts wirklich dem Zufall überlassen scheint. Das Ergebnis ist ein facettenreiches Album mit Stil. Den Namen darf man sich merken. (Michael Baller)
Wrongkong – The Changing Tides | baxxbeatmusic, 01.05.08
[Rec], 2008
Ein kurzer, schmerzhafter Albtraumtrip ist dieser Film, geprägt von gesunder Härte, ein bisschen Ekel und vor allem jener Portion Genialität, die im Fall von Horrorfilmen noch unentbehrlicher ist, als sonst, um aus Durchschnittsware etwas Besonderes zu machen: [Rec] Mit einfachsten Mitteln erzählt – schmutzig und dreckig – entstand ein Gruselkabinett des Katholizismus, das puren Horror mit erkennbarem Bunuelschem Gelächter, Trash-Ästhetik mit dem Bild eines teuflischen Christentums verbindet. Bilder fürs Teuflische, die man seit dem Exorcist so nicht mehr gesehen hatte. Bevor es soweit ist, beginnt es erst einmal konventionell: Durchschnittsfernsehen, eine jener üblichen nichts sagenden Ballaballa-Sendungen, in denen eine überkandidelte, ebenso blonde wie junge Reporterin von der Kamera begleitet einer Feuerwehreinheit beim Einsatz über die Schulter glotzt.

