Sein Leben zu ändern, das verhindert schon die Macht der Gewohnheit. Und Peter Sloterdijks neues Buch, ein monumentaler, aber eingängiger Essay, der seine zentrale These schon im Titel führt, ist ein einziges Plädoyer dafür, es sich etwas schwerer zu machen. „Du musst Dein Leben ändern“, das ist die Schlusszeile von Rilkes berühmtem Gedicht „Archaischer Torso Apollos“. Sie ist, wie Sloterdijks Werk ein direkter Bezug auf die Antike, und doch darin deren Vergegenwärtigung. Was Sloterdijk hier tut? Er leistet eine Epochen-Diagnose. Die Gegenwart sieht er in der Spannung zwischen antiken Lebensformen, die im Namen von „Übung und Perfektion“ mobil machen, und der Moderne, die unter dem Vorzeichen von „Arbeit und Produktion“ steht. In ersteren ist der Weg das Ziel.
