Essen verbindet die Menschen auf der ganzen Welt. Und urbanes Leben vermittelt sowohl Kultur als auch die gemeinsamen Erfahrungen der in Städten lebenden Menschen auf der ganzen Erde. „In vielerlei Hinsicht handelt dieses Buch davon, zusammen zukommen, gemeinsam das Brot zu brechen und Erfahrungen auszutauschen und Fähigkeiten zu vermitteln“. Genau darum geht es im Urban Cookbook: Die Steigerung der Kreativität durch urbane Kultur, Kochen und Reisen. „Das einzig Konstante in meinem unsteten Globetrotter-Leben während der letzten zwanzig Jahre war meine Vorliebe für Street-Food“, erklärt Autor King Adz, der in den letzten Jahren viele verschiedene Berufe wie Art Director, Animation Director, Filmemacher oder Reise-Journalist ausgeübt hat.
King Adz • Urban Cookbook • Rockbuch, 2009
Louis Begley • Die ungeheure Welt, die ich im Kopfe habe. Über Franz Kafka. • DVA 2008
Am 3.Juli wäre Franz Kafkas 125.Geburtstag. Begley, der große zeitgenössische Autor, bringt uns dessen Leben und Werk in „Die ungeheure Welt, die ich im Kopfe habe“ mit intensiver, ferner kritischer Betrachtung näher. Obwohl Kafkas Werk überschaubar ist, hat kaum ein anderer deutschsprachiger Schriftsteller die Literatur der Moderne so geprägt wie er. Wer war dieser Mann, der fast das ganze (40-jährige) Leben in der Wohnung seiner Eltern, in einem Durchgangszimmer, verbrachte und ständig unter väterlichem Druck stand? Warum fand er nicht den Mut, sich gänzlich der Literatur zu widmen? Welche Ängste hielten oder trieben ihn? Was in dem Genie vorging, erklären die von Begley ausgewählten Selbstzeugnisse Kafkas. Durch Ergänzungen, wie sie der US-Autor an den richtigen Stellen setzt, skizziert er ein anschauliches Bild.
Martin Suter • Allmen und die Libellen • Diogenes, 2011
„Allmen und die Libellen“ heißt der Auftakt einer neuen Reihe des erfolgreichen Schweizer Schriftstellers Martin Suter. Im Mittelpunkt steht der Lebemann J. F. von Allmen, der das fürstliche Erbe seines Vaters durch seinen luxuriösen Lebensstil rasch durchgebracht hat. Nun ist er pleite. Mehr als das, er steht mit dem Rücken an der Wand und die Gläubiger mit gezücktem Messer vor ihm. Durch eine glückliche Fügung lernt er die Tochter eines Superreichen kennen und landet in ihrem Bett. Von dort lässt er eine äußerst wertvolle Jugendstil-Libelle mitgehen und verkauft sie bei seinem Antiquitätenhändler. Als der Händler kurz darauf erschossen wird, sieht Allmen sich selbst in Gefahr und versucht, sein Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Suter bewegt sich spielerisch und gekonnt im Milieu der Superreichen. Gern folgt man Allmen ins Edelrestaurant oder in die glamouröse Villa am See. Mit dem charmanten Nichtsnutz hat Suter einen sympathischen Helden geschaffen, der neugierig auf weitere Bände macht. (Gernod Siering)
Natascha Wodin • Nachtgeschwister • Blessing Verlag, 2009
Es ist literarisch ein gutes Zeichen, wenn bei der Lektüre eines sehr persönlich wirkenden Romans die autobiographische Wahrheitstreue keine Rolle für den Leser spielt. In diesem Fall nämlich bannt das Erzählte durch Sprache und Komposition, nicht aber durch Skandälchen und Albernheiten wie in den zahlreichen, schnellvergessenen Verkaufsschlagern populärer Selbstenthüller und Selbstenthüllerinnen. Ein Buch mit sicher hohen autobiographischen Anteil und einer gewissen Brisanz, welches mich allein kraft seiner literarischen Qualität überzeugt hat, ist Nachtgeschwister von Natascha Wodin. Angetan von der Sprache und im Bann gehalten von dem interessanten Inhalt bewegte ich mich gänzlich gefangen durch die knapp 240 Seiten.

