Nate und Sara, ein junges Pärchen, nehmen auf der Autofahrt vom kalten Minnesota ins warme Nevada einen ominösen Herren namens Syl mit. Unterwegs geraten sie in einen schweren Schneesturm und können sich gerade noch in ein Motel retten. Dort angekommen spüren sie bei Syl keinen Puls mehr, halten ihn für tot und lassen ihn deshalb im Auto. Als sie in seinen Sachen viel Geld finden, beschließen sie, Syl verschwinden zu lassen. Nate trägt Syl in einen nahe gelegenen Graben und bemerkt leider erst zu spät, dass der Mann mehr Lebensgeister als angenommen besitzt. Der anfangs so verlockende Geldsegen wird daraufhin immer mehr zum Fluch, weil auch die anderen Motelbewohner ein Interesse an dem Pärchen entwickeln. Mit einer einfachen Sprache und einer linearen Handlung, die sich bruchlos und unmittelbar von einem Handicap zum nächsten hangelt, versteht es Rector, Spannung zu erzeugen. Diese steigert sich vom vermeintlich harmlosen Beginn zu einem furiosen Finale. (Gernod Siering)
John Rector • Frost • Rororo, 2010
Jonas T. Bengtsson • Submarino • Klett-Cotta, 2009
Mit seinem Roman Submarino gibt Jonas T. Bengtsson einen radikal realistischen Einblick in eine brutale Welt am Rande der Gesellschaft. Genauer gesagt, in die Welt von Nick und seinem älteren Bruder, die in Kopenhagen leben und deren Leben schon sehr früh aus den Bahnen geraten sind. Gemeinsam hatten sie Erlebnisse, die sie noch immer prägen, seien es die Abstürze ihrer alkoholkranken Mutter oder das Bild des kleinen Bruders, der eines Morgens ganz still in seinem Bett lag und nie wieder aufgewachte. Trotz der gemeinsamen Kindheit, haben die Brüder aber kaum Kontakt zueinander. Jeder lebt sein eigenes Leben und seine eigenen Katastrophen.
Judith Hermann • Alice • Fischer Verlag, 2009
Judith Hermann hat sich seit ihrem letzten, 2003 erschienenen Buch Nichts als Gespenster Zeit gelassen, bis sie in diesem Frühjahr ihren dritten Erzählband Alice veröffentlicht hat. Wieder sind es Erzählungen, die die Autorin hier vorlegt, doch sind diese stark miteinander verknüpft, sodass sie auch als Teile eines Romans gelesen werden könnten. Die Protagonistin heißt Alice. Und alle fünf Erzählungen sind mit Männernamen überschrieben – Micha, Conrad, Richard, Malte, Raymond – und jedes Mal stirbt dieser Mann, der Alice auf irgendeine Art und Weise nahe stand. Micha zum Beispiel war Alices Ex-Freund. Seine neue Frau Maja, mit der er ein Kind hat, ruft Alice eines Tages an, weil sie es alleine nicht mehr schafft, denn Micha liegt todkrank im Krankenhaus.
Karen Duve • Anständig essen. Ein Selbstversuch • Galiani, 2011
Wenn ich das Wort „frutarisch“ in meinen Computer tippe, dann wird es sofort rot unterringelt, weil meine Rechtschreiberkennung nicht weiß, was das ist. Zugegeben, ich hatte bis zur Lektüre von „Anständig essen“ auch nur eine vage Vorstellung von Frutariern: eben die Spinner, die nur Obst essen, was von alleine vom Baum fällt.
Ähnlich ging es Karen Duve, die im Brandenburgischen gemeinsam mit ihren Haustieren lebt und die nur arbeiten kann, wenn sie Schokolade, Katzenpfötchen, Grillhähnchenpfanne in Aluschale isst und ziemlich viel Cola-Light trinkt. Diesen Lebensstil verteidigt sie zwar, als ihre Freundin Kerstin bei ihr einzieht. Gleichzeitig ahnt sie aber, dass er den Argumenten gegen den Genuss von Qualfleisch kaum standhalten kann. Weiterlesen »
Kat von D • The Tattoo Chronicles • Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2010
Ihre Kunst geht unter die Haut: Wenn Katherine von Drachenberg die Nadel zückt, legen sich selbst Rockgrößen wie Caleb Followill (Kings of Leon), Lemmy Kilmister (Motörhead) und Kirk Hammett (Metallica) bereitwillig unter ihre Hände. Die 28-jährige Amerikanerin, besser bekannt unter dem klingenden Namen Kat von D, ist die gefragteste Tätowiererin der Welt. Im Alter von 14 Jahren stach sie ihr erstes Motiv, brach die Schule ab und begann die männerdominierte Welt der Tattoo-Studios zu erobern.
Seitdem legt die gebürtige Mexikanerin die Tätowiermaschine kaum mehr aus der Hand. Nachdem sie in den TV-Doku-Serien „Miami Ink“ und „L.A. Ink“ ihr Können vor der Kamera zeigte, avancierte sie zum Star der amerikanischen Tattoo-Szene. Auch in Europa ist die Meisterin der Körperkunst inzwischen vielen ein Begriff – und das nicht nur als neue Flamme an der Seite von Sandra Bullocks Ex-Mann Jesse James. Weiterlesen »
