Nate und Sara, ein junges Pärchen, nehmen auf der Autofahrt vom kalten Minnesota ins warme Nevada einen ominösen Herren namens Syl mit. Unterwegs geraten sie in einen schweren Schneesturm und können sich gerade noch in ein Motel retten. Dort angekommen spüren sie bei Syl keinen Puls mehr, halten ihn für tot und lassen ihn deshalb im Auto. Als sie in seinen Sachen viel Geld finden, beschließen sie, Syl verschwinden zu lassen. Nate trägt Syl in einen nahe gelegenen Graben und bemerkt leider erst zu spät, dass der Mann mehr Lebensgeister als angenommen besitzt. Der anfangs so verlockende Geldsegen wird daraufhin immer mehr zum Fluch, weil auch die anderen Motelbewohner ein Interesse an dem Pärchen entwickeln. Mit einer einfachen Sprache und einer linearen Handlung, die sich bruchlos und unmittelbar von einem Handicap zum nächsten hangelt, versteht es Rector, Spannung zu erzeugen. Diese steigert sich vom vermeintlich harmlosen Beginn zu einem furiosen Finale. (Gernod Siering)
John Rector • Frost • Rororo, 2010
Jonas T. Bengtsson • Submarino • Klett-Cotta, 2009
Mit seinem Roman Submarino gibt Jonas T. Bengtsson einen radikal realistischen Einblick in eine brutale Welt am Rande der Gesellschaft. Genauer gesagt, in die Welt von Nick und seinem älteren Bruder, die in Kopenhagen leben und deren Leben schon sehr früh aus den Bahnen geraten sind. Gemeinsam hatten sie Erlebnisse, die sie noch immer prägen, seien es die Abstürze ihrer alkoholkranken Mutter oder das Bild des kleinen Bruders, der eines Morgens ganz still in seinem Bett lag und nie wieder aufgewachte. Trotz der gemeinsamen Kindheit, haben die Brüder aber kaum Kontakt zueinander. Jeder lebt sein eigenes Leben und seine eigenen Katastrophen.
Tim Jones, Mike Johnson & David Messina • Star Trek • Cross Cult 2009
Friede und ein langes Leben! Nein, ich bin kein Trekkie, auch wenn ich meine Hände zum Vulkaniergruß formen kann, alle Serien und Filme kenne. Nein, ich bin kein Trekkie! Star Trek gehört einfach zu meiner Vergangenheit, zu Schulhofgesprächen und immerfort währenden Wiederholungen auf Kabel1. Dabei ist Star Trek schon echt alt! 1966 erfolgte die erste Ausstrahlung und legte den Grundstein für den Erfolg. Star Trek „Countdown“ – der Comic – ist die Vorgeschichte zum neuen Star-Trek-Kinofilm. Wie nicht anders zu erwarten war bei einem Comic aus dem Hause Cross Cult, ist Star Trek „Countdown“ super gezeichnet und verführt des Öfteren dazu, es immer wieder in die Hand zu nehmen, um es anzuschauen. Fans von Next-Generation werden in Countdown auf alte Bekannte treffen:
Judith Hermann • Alice • Fischer Verlag, 2009
Judith Hermann hat sich seit ihrem letzten, 2003 erschienenen Buch Nichts als Gespenster Zeit gelassen, bis sie in diesem Frühjahr ihren dritten Erzählband Alice veröffentlicht hat. Wieder sind es Erzählungen, die die Autorin hier vorlegt, doch sind diese stark miteinander verknüpft, sodass sie auch als Teile eines Romans gelesen werden könnten. Die Protagonistin heißt Alice. Und alle fünf Erzählungen sind mit Männernamen überschrieben – Micha, Conrad, Richard, Malte, Raymond – und jedes Mal stirbt dieser Mann, der Alice auf irgendeine Art und Weise nahe stand. Micha zum Beispiel war Alices Ex-Freund. Seine neue Frau Maja, mit der er ein Kind hat, ruft Alice eines Tages an, weil sie es alleine nicht mehr schafft, denn Micha liegt todkrank im Krankenhaus.
