Edo Popovic • Kalda • Voland & Quist, 2008

In der Nacht, nachdem er seinen Vater wieder gesehen hat, kniet Kalda vor der Kloschüssel und steckt sich den Finger in den Hals. Er will alles loswerden, ins Klo kotzen: Die ganze kaputte Vergangenheit, den Krieg, die Eltern – all die Dinge, die er bisher verdrängt hat und dank denen er sich fühlt „wie jemand, dem man die Haut abgezogen hat“. Verdammt drastisch blickt Kalda in Edo Popovics gleichnamigem Roman auf sein Leben. Ende der 60er Jahre in einem Arbeiterviertel Zagrebs geboren, hat Kalda früh gelernt sich nicht auf seine Eltern zu verlassen.

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Warren Ellis • Gott schütze Amerika • Heyne Verlag, 2009

Wessen Humor in diesem Jahr angesichts der medial überall präsenten Krise beziehungsweise der Wahlen und Wahlergebnisse in Mitleidenschaft gezogen wurde, der kann ihn mit den zwei unkonventionell erzählten Debütromanen Froschkönig von Adam Davies und Gott schütze Amerika von Warren Ellis wiederbeleben. Froschkönig zeigt auf legere, aber literarisch durchauspassable Weise, was ein Mann im Beruf und in der Beziehung verkehrt machen kann und durch welche Strickmuster er sich zu behelfen versucht. Im Mittelpunkt der Handlung steht der 26-jährige Verlagsassistent Harry Driscoll, der dank seines Talents gute Aussichten auf einen vakanten Posten im Verlag hat und zudem mit der Frau seines Lebens, Evie Goddard, zusammen ist.

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