Francesco Wilking • Die Zukunft liegt im Schlaf • Tapete REC., 14.01.11
Über zehn Jahre lang sammelte Francesco Wilking Ideen für neue Songs. Diese konnte oder wollte er allerdings für seine Band Tele nicht benutzen, weil sie viel zu persönlich oder auch zu eigen waren und nicht zum Stil der Freiburger passten.Deshalb war es an der Zeit, die Schublade zu öffnen und mit diesen Fragmenten ein Soloalbum zu produzieren. Die Schreibe heißt „Die Zukunft liegt im Schlaf“ und wurde in nur drei Tagen eingespielt. Sie ist nicht so poppig und eingängig ausgefallen wie die bisherigen Tele-Alben, dafür enthält sie aber viele Folkelemente, bewegt sich musikalisch oft nahe am Blues und Country. Die Geschichten werden hier viel offener erzählt und lassen genügend Platz für eigene Interpretationen. Ernsthafter, reflektierter und vielleicht auch erwachsener klingen die zehn Lieder, ohne dabei die gute Laune ganz auszuklammern. Sehr gut gemacht, Herr Wilking! So liegt die Zukunft ganz sicher nicht im Schlaf. (Sonja Berg)
Martin Suter • Allmen und die Libellen • Diogenes, 2011
„Allmen und die Libellen“ heißt der Auftakt einer neuen Reihe des erfolgreichen Schweizer Schriftstellers Martin Suter. Im Mittelpunkt steht der Lebemann J. F. von Allmen, der das fürstliche Erbe seines Vaters durch seinen luxuriösen Lebensstil rasch durchgebracht hat. Nun ist er pleite. Mehr als das, er steht mit dem Rücken an der Wand und die Gläubiger mit gezücktem Messer vor ihm. Durch eine glückliche Fügung lernt er die Tochter eines Superreichen kennen und landet in ihrem Bett. Von dort lässt er eine äußerst wertvolle Jugendstil-Libelle mitgehen und verkauft sie bei seinem Antiquitätenhändler. Als der Händler kurz darauf erschossen wird, sieht Allmen sich selbst in Gefahr und versucht, sein Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Suter bewegt sich spielerisch und gekonnt im Milieu der Superreichen. Gern folgt man Allmen ins Edelrestaurant oder in die glamouröse Villa am See. Mit dem charmanten Nichtsnutz hat Suter einen sympathischen Helden geschaffen, der neugierig auf weitere Bände macht. (Gernod Siering)
