„Wie Surfen auf Ecstasy.“ Mit diesem Bild beschreiben MGMT aus New York ihr zweites Album. Der Vergleich passt wie Arsch auf Eimer. Und zwar nicht nur wegen des knallbunten Comiccovers. Begeisterten die beiden Paradiesvögel Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser auf ihrem furiosen Debüt vor zwei Jahren noch mit einer postmodernen Hitmixtur aus Hippietum und New Wave, eröffnet sich dem Hörer nun ein komplexes Gesamtkunstwerk aus schrammeligen Gitarren und schrillen Keyboards. Auf seiner musikalischen Odyssee plündert das Duo die letzten fünf Dekaden; passiert überschwänglichen Surfpop, kentert in psychedelischem Folkrock und strandet schließlich bei trashigem Elektrosound. Auch wenn MGMT diesmal jegliche Art von Ironie über Bord geworfen haben wollen, wirken die Lyrics verschroben. Während der Opener „It’s Working“ den Klimawandel thematisiert, handelt das zwölfminütige „Siberian Breaks“ vom Wellenreiten im Nordpolarmeer vor Russland. Zu Nebenrollen darf man übrigens Lady Gaga und Brian Eno gratulieren. (André Gieße)
