U. Herzer, J. Hiller • Das Ox-Kochbuch 4 • Ventil, 2009

„Kochen ohne Knochen – noch mehr vegetarische und vegane Punk-Rezepte” heißt der Untertitel des neuen Ox-Kochbuchs. In der nunmehr vierten Ausgabe präsentiert das Ox-Fanzine eine kreative Sammlung für alle Fleisch-Verschmäher. Neben den Lesern haben in dieser Ausgabe zum ersten Mal auch Künstler, unter anderem von Faith No More, Kettcar und Ghost of Tom Joad, Rezepte eingereicht. Das Ox-Fanzine ist ein Print-, aber auch Onlinemagazin, das sich vor allem mit musikalischen Themen aus den Bereichen Punk, Hardcore und Alternative beschäftigt. Das erste Kochbuch, das bereits 1997 erschienen ist, gilt fast schon als Standard-Werk. Damals trug es noch den Untertitel „Nicht nur für Punks“ – eine Aussage, die heute immer noch aktuell ist.

Gleich auf den ersten Blick fällt auf: In der vierten Ausgabe vom Ox-Kochbuchs wurde zum erstmals im Innenteil Farbe eingesetzt, was sehr schick aussieht. Denn im großen Unterschied zu anderen Kochbüchern kommt dieses Werk ganz ohne vollformatige Hochglanzfotos aus. Alle Rezepte sind größtenteils nur durch die eingereichten Texte der Leser beschrieben. Und die sind es, die das Ox-Kochbuch so besonders machen: Hier ist öfters mal in einer liebenswerten Art und Weise von Klumpen oder Pampe die Rede. Die Rezepte sind umgangssprachlich beschrieben und sollen von jeder Zielgruppe, egal ob Kocheinsteiger oder Fortgeschrittene, einfach umgesetzt werden können. Als kleines Extra gibt es auch in dieser Ausgabe wieder zu jedem Rezept einen Tipp, welche Musik sich am besten als Soundtrack für Essen und Zubereiten eignet, was dem Ganzen seinen eigenen Charme verleiht. Gegliedert sind die Rezepte auf den insgesamt 192 Seiten in die Kategorien Salate, Suppen, Sattmacher, Kochen bis die Ärzte kommen, Soja, Tofu Seitan und Co, Schneller gekocht als gekauft, Für Zwischendurch, Spanish Delight sowie Süßes. Dadurch finden sich Schmankerl für jede kulinarische Gelegenheit. Da das Buch ohne große Darstellungen auskommt, sieht man häufig erst nachdem man das Rezept selbst zubereitet hat, welche Leckerei sich dahinter verbirgt. Deshalb sollten Leser sich an einigen Rezepten einfach mal ausprobieren und vom Ergebnis überraschen lassen. Neben üblichen vegetarischen Gerichten werden auch untypischere Rezepte, zum Beispiel Wirsingeintopf oder vegetarischer Labskaus, vorgestellt. Auch diesmal legen die Verfasser großen Wert darauf, dass die Gerichte günstig, reichlich und gut sind. Damit versuchen sie es vor allem der studentischen Zielgruppe recht zu machen. Alle Ox-Kochbücher machen gleichermaßen Spaß und heben sich von den üblichen geleckten Exemplaren ab. Da ist die vierte Ausgabe keine Ausnahme. Wem also die Ideen für eine fleischfreie Küche ausgehen oder wer einfach mal etwas Neues ausprobieren möchte, der sollte sich die Rezeptsammlung aus der Punkrock-Küche zulegen. Meist bleibt es dann nicht bei einem Kochbuch im Regal. (sjb)


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