Amoral haben sich auf Reptile Ride nochmals deutlich weiterentwickelt. Standen sich die progressiven Death Metaller vormals mit ihren technisch hochklassigen Fähigkeiten häufi ger selbst im Weg, haben sie den Kniff auf Reptile Ride nun endlich raus, trotz des extrem hohen technischen Anspruchs, der vor genialer Spielkultur zum einen und vor bahnbrechender Brutalität zum anderen strotzt, komplexes Songwriting mit nachvollziehbareren Songstrukturen zu vereinen, die vor allem durch die noch immer leicht an Children of Bodom angelehnten Melodiestrukturen zu überzeugen und zu begeistern wissen. Die Gitarrenmelodien, zum Teil doppelläufig von den Gitarristen verbraten, sind der größte Pluspunkt auf dem Album, das außerdem noch mit einem satten Drumsound, einem gut genährten Bass und einer eher thrashigeren Soundnote zu überzeugen weiß. Amoral haben ihre Linie gefunden, sich vor allem auf ihre melodischen Stärken besinnt, die irgendwo im traditionellen Metal Muttermilch saugten, und ein grenzenüberschreitendes Werk abgeliefert, das trotz aller Musikalität eine gesunde und zum Teil brutal nach vorne schiebende Härte nicht vermissen lässt. Endlich ein wirklich gelungenes Album der Finnen, auch wenn das Cover wirklich billig aussieht. (Dirk Wettlaufer)
Amoral • Reptile Ride • Spikefarm Records, 21.09.07
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