
Wenn eine Platte via Warp Records den Weg ins Plattenregal und Idealerweise von da aus auch in die Player vieler Hörer antritt, dann kann sie eigentlich von vornherein mit einiger Sicherheit keine schlechte sein. Seit geraumer Zeit gilt Chris Clark, der seine Platten schlicht unter seinem Nachnamen veröffentlicht, in die erste Reihe der Warp-Künstler. Selbst im dritten Durchlauf gibt einem dessen aktuelles Werk Totems Flare das beständige Gefühl, dreimal völlig verschiedene Platten gehört zu haben. Hier treibend mit düster-tiefen Bässen, dann doch wieder knarzend und sich im Detail aufhaltend. Dann ein wildes Monster wie Rainbow Voodoo, bei dem Clark der Elektropunk durchgeht. Wahrscheinlich wird man auch beim zwanzigsten Durchlauf noch völlig neue Seiten entdecken, was Totems Flare eine durchaus spannende Halbwertzeit beschert. Clark macht elektronische Musik für Kopf und Körper abseits monoton gezogener Szenegrenzen. Erfrischende Herangehensweise, sehr empfehlenswerte Platte. (Michael Baller)


