Clark • Totems Flare • Warp Records/Roughtrade, 17.07.09

Clark-Totems Flare

Wenn eine Platte via Warp Records den Weg ins Plattenregal und Idealerweise von da aus auch in die Player vieler Hörer antritt, dann kann sie eigentlich von vornherein mit einiger Sicherheit keine schlechte sein. Seit geraumer Zeit gilt Chris Clark, der seine Platten schlicht unter seinem Nachnamen veröffentlicht, in die erste Reihe der Warp-Künstler. Selbst im dritten Durchlauf gibt einem dessen aktuelles Werk Totems Flare das beständige Gefühl, dreimal völlig verschiedene Platten gehört zu haben. Hier treibend mit düster-tiefen Bässen, dann doch wieder knarzend und sich im Detail aufhaltend. Dann ein wildes Monster wie Rainbow Voodoo, bei dem Clark der Elektropunk durchgeht. Wahrscheinlich wird man auch beim zwanzigsten Durchlauf noch völlig neue Seiten entdecken, was Totems Flare eine durchaus spannende Halbwertzeit beschert. Clark macht elektronische Musik für Kopf und Körper abseits monoton gezogener Szenegrenzen. Erfrischende Herangehensweise, sehr empfehlenswerte Platte. (Michael Baller)

Chairlift • Does You Inspire You • Col/Sony Music, 22.05.09

Chairlift-Does You Inspire You

Hey, kenn ich doch. Habe ich schon zigmal gehört. Ach iPod, genau – toller Song. „Bruises“ diente im vergangenen Jahr als Kampagnensong für Apple und ist per se der Ohrwurm des gesamten Albums. Doch abschalten gilt nicht, denn der Rest des Debüts des New Yorker Trios ist oft noch einen Ticken spannender. Als verträumte Electro-Folk-Band im heimischen Colorado gefeiert, zog es Gitarrist Aaron Pfenning und Sängerin Caroline Polachek nach Williamsburg, Brooklyn, wo sie auf Patrick Wimberly trafen. Hier in New Yorks zeitweilig angesagtester Künstlernachbarschaft feilten die drei an ihrer Vision des zeitlosen Popsongs, Und anders als das temperamentvolle „Bruises“ ist der Großteil der Songs auf Does You Inspire You eher in sich gekehrt, verträumter gestrickt und profitiert dabei von der facettenreichen Stimme Polacheks, die phasenweise im Duett mit Pfenning zur Höchstform aufläuft. Avantgardistische, spannende und höchst fesselnde „Rotwein-Musik“ mit Charme und Gespür für außergewöhnliche Abende. (Michael Baller)

Deadline • Take a good Look • People Like You, 03.11.06

DEADLINE-Take a good Look

Na das ist mal eine Deadline, die man mögen könnte. Eine, die einem nicht wie festgekettet tonnenschwer im Nacken sitzt und bis zur Erledigung keine ruhige Minute mehr zu gönnen gedenkt. Wobei, an ruhigen Minuten hat take a good look auch nicht allzu viele zu bieten. Zum Glück, schließlich machen die Londoner Punkrock und keinen Easy-Listening-Quatsch. Markenzeichen der Band ist dabei ohne Abstriche die Stimme von Frontfrau Elizabeth Jane Rose, kurz einfach Liz. Ihr Organ macht Deadline individuell und hebt die sonst in der Masse an Punkbands verschwindenden Engländer eben aus dieser heraus. Wie schon beim Vorgänger getting serious gibt es auch auf take a good look hochmelodische Punkrockkracher, denen es nicht an einer rotzigen Spur Härte fehlt und die trotzdem – und das soll jetzt nicht Nase rümpfend verstanden werden – auch eine ordentliche Prise Pop im Songwriting aufzuweisen haben. Keine Neuerfindung des Punk, macht aber verdammt viel Spaß. (mb)

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