
Glaubt man Umfragen britischer Wissenschaftler, sind die Dänen das glücklichste Volk der Welt. Die dänischen Jungspunde von Dúné hinderte diese Studie offensichtlich nicht daran, Smørrebrød und Labskaus den Rücken zu kehren, um ihr Glück anderswo zu suchen. Nach unzähligen Festivalauftritten, einer Tour um den halben Erdball und einem Kurzaufenthalt in Kopenhagen, hat es die sieben Elektro-Rocker aus dem verschlafenen Skive inzwischen nach Berlin verschlagen. Das ständige Unterwegssein spiegelt sich auch in ihrem zweiten Album Enter Metropolis wider. „Die neuen Songs handeln von dem pulsierenden Leben in der Großstadt. Es geht einfach darum, die Jugend zu genießen und im Hier und Jetzt zu leben“, erklärt Frontmann Mattias Kolstrup. Auch musikalisch setzen Dúné auf Veränderung. Dabei experimentieren die dänischen Newcomer stellenweise mit rauen Heavy Metal-Klängen. Ihre Mischung aus gefühlsbetontem Gesang, ungestümen Gitarren- und Keyboardmelodien klingt aber immer noch extrem tanzbar. (ag)
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Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass die Dub Pistols mit Speakers & Tweeters eine Platte vorlegten, die bis heute noch gern und regelmäßig ihren Weg in den heimischen CD-Player findet. Daher fällt der direkte Vergleich zum brandfrischen Langspieler Nr. 4 recht leicht, mündet dann allerdings auch in einem Unentschieden. Der Reiz einer Dub Pistols-Platte findet sich vor allem in ihrer Lässigkeit, mit der Barry Ashworth und Jason O’Bryan sich über irgendwelche Trends hinwegsetzen. Die beiden vermengen nahezu alles miteinander, was ihnen musikalisch auf dem Herzen liegt. So ist auch Rum & Coke ein basshaltiger, fein geschüttelter Cocktail aus Soul, Reggae, Ska und Elektro-Funk, fast so, als hätten sie die frühen Jahre des Notting Hill Carnivals soundtechnisch zu einem neuen (Strand-)Partydrink destilliert. Songs wie „Peace of Mind“ sorgen dann dafür, dass man die diesmalige Abwesenheit einer The Specials – Hommage verschmerzt. Perfekter Soundtrack für die Styler-freie Strandparty. (mb)
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Für ihr viertes Studioalbum The Pariah, The Parrot, The Delusion haben sich die Progrocker von Dredg durch Salman Rushdies Essay „Imagine There‘s No Heaven: A Letter To The 6 Billionth Citizen“ inspirieren lassen. In ihren Stücken thematisieren die Musiker aus San Francisco den Idiotismus der
Moderne, vor allem die Sinnlosigkeit religiöser Kriege. Dabei dominieren klare Songstrukturen zumeist die experimentellen Passagen. Ganz ohne verspielte Samples kommen die vier Kunstliebhaber dann aber doch nicht aus. Und so verbinden häufig sphärische Klangfetzen die flächigen Rockmelodien
der 18 Arrangements. Das Album „hat Ecken und Kanten und ist stellenweise sehr ungezwungen, wie unser altes Material“, sagt Mark Engles, dessen majestätischen Slide-Gitarrenriffs zu den vertrackten Rhythmuswechseln von Schlagzeuger Dino Campanella oszilliert. Eingehüllt werden sie durch warme Pianoklänge. Einzig der elegische Gesang von Frontmann Gavin Hayes vermag es, die dichten Soundteppiche zu durchbrechen. (ag)
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Unexpect the expected! Frei nach Vater: Willst du die Leute überraschen dann Spiel die B-Seite – ein guter Ratschlag, für fast keine Lebenslage. Ähnliches wird wohl auch Robert Luis, seines Zeichens CEO beim benannten Label, von seinem Erzeuger zu hören bekommen haben. Anders ist das durchaus hinterfragbare Konzept einer eigenen Samplerreihe im Zeichen unveröffentlichter Titel, Remixe, B-Seiten und Festplattenleichen eines einzelnen Künstlers nicht zu beantworten. Eine missliche Note kommerzieller Zweitverwertung lässt sich nicht von der Hand weisen. Und tatsächlich möchte sich beim Hören von Domus Retrospektive der vergangenen 10 Jahre keine wirkliche Überraschung breit machen. Zu kalkuliert, altbacken und vermeintlich zu Recht auf Rückseiten versteckt, klingen die einzelnen Titel aus den Untiefen des housigen Broken Beat. Dass die eine oder andere Auster am Ende doch noch ihre Perle zeigt, sei an dieser Stelle trotzdem nicht ausgeschlossen. Denn wie man letztendlich weiß – Papa knows best! (fs)
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Denyo 77 gehörte zusammen mit Jan Delay zu einer der stilprägendsten deutschen HipHop-Bands – den Absoluten Beginnern. Unter seinem richtigen Namen Dennis Lisk geht Denyo jetzt eigene Wege fernab des HipHops. Wer auf Suchen & Finden Synthesizer und fette Reime sucht, wird enttäuscht. Dabei tauscht Dennis die Samples gegen Streicher und Gitarren. Das ganze Album erinnert sehr an die neuen, populären Wege von Kollege Clueso. Hitproduzent Moses Schneider, der sonst mit Bands wie Tocotronic oder den Beatsteaks arbeitet, war hier mit am Werk. Die gesamte Instrumentalisierung und auch die Texte wirken sehr erwachsen, persönlich und reflektiert, aber nicht so spielerisch leicht wie aus der Feder eines Thomas Hübners. Irgendwann sticht textlich besonders hervor, Lass los, die erste Single, ist ein kleiner Ohrwurm. Ob es Dennis Lisk schafft, mit seinen neuen Kompositionen ebenso erfolgreich zu werden wie sein Buddy Jan Delay bleibt allerdings abzuwarten. (sjb)
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